Ganz ehrlich? Als mir zum ersten Mal jemand erzählte, er habe sein Smartphone “nur gemietet”, habe ich innerlich die Augen verdreht. Technik mieten – das klang für mich nach Leasingvertrag, Kleingedrucktem und einem Gerät, das einem am Ende doch nie gehört. Dann lag die dritte ausrangierte Kamera in meiner Schublade (neben zwei alten Handys und einem Tablet mit Sprung im Display), und ich habe angefangen, mir die Sache genauer anzusehen. Ein Name fiel dabei immer wieder: Grover. Wer steckt eigentlich dahinter? Wofür steht die Marke, und warum sollte dich das als Neuling überhaupt interessieren? Genau das will ich hier klären – ohne Werbesprech, dafür mit einer ehrlichen Schwäche am Ende.
Grover auf einen Blick
Gegründet: 2015 in Berlin
Prinzip: Technik im Monatsabo mieten statt kaufen
Mietdauer: ab 1 Monat, je nach Gerät bis 24 Monate und länger
Sortiment: Smartphones, Laptops, Kameras, Konsolen, Wearables, Smart Home und mehr
Schutz: Grover Care für Gebrauchsspuren und Gerätefehler, optional Grover Care Plus
Zahlung: monatlich per PayPal oder Kreditkarte
Die Geschichte: von einer simplen Frage zum Tech-Abo
Grover wurde 2015 in Berlin gegründet. Die Ausgangsfrage war so simpel, dass man sich fast ärgert, nicht selbst darauf gekommen zu sein: Warum kaufen wir Geräte für mehrere hundert oder tausend Euro, wenn wir sie nach zwei Jahren ohnehin ersetzen? Gründer Michael Cassau wollte Technik so zugänglich machen wie Musik oder Filme – als Abo, monatlich bezahlt, jederzeit austauschbar. Anfangs hieß das Ganze übrigens noch ByeBuy, was die Idee ziemlich direkt auf den Punkt bringt. Tschüss, Kaufen.
Aus dem Start-up ist inzwischen einer der bekanntesten Namen für Mietelektronik in Europa geworden. Hinter der deutschen Seite steht die Grover Deutschland GmbH, und nach eigenen Angaben sammeln sich auf Trustpilot mittlerweile rund 20.000 Bewertungen. Klein ist das nicht mehr. Wobei – Größe allein sagt ja wenig. Spannender finde ich, dass sich die Grundidee in all den Jahren kaum verändert hat: aussuchen, mieten, nutzen, zurückschicken.

Wofür Grover steht: Zugang statt Besitz
Die Haltung der Marke lässt sich in drei Wörtern zusammenfassen: nutzen statt besitzen. Du suchst dir ein Gerät aus, zahlst einen festen Monatspreis und schickst es zurück, wenn du es nicht mehr brauchst. Keine hohe Anschaffung, keine langfristige Finanzierung, kein Wertverlust, der dir im Nacken sitzt. Klingt nach Marketing? Dachte ich auch. Aber rechne mal nach, wie viele deiner Geräte du wirklich bis zum bitteren Ende genutzt hast.
Dahinter stehen drei Versprechen, die sich durch den gesamten Auftritt ziehen. Erstens Flexibilität: Du bestimmst die Mietdauer und kannst danach weitermieten oder zurückgeben. Zweitens Sorglosigkeit: Normale Gebrauchsspuren sind abgedeckt, du sollst das Gerät so unbeschwert nutzen können, als gehöre es dir. Und drittens die Kreislaufwirtschaft, zu der ich gleich noch komme. Ich wollte erst schreiben, das Modell sei “günstig” – aber das trifft es nicht ganz, planbar ist das bessere Wort. Wie Grover die eigene Idee erklärt, liest du hier, und ich fand die Seite erfreulich unaufgeregt.
So funktioniert das Mieten in vier Schritten
Der Ablauf ist kürzer, als ich erwartet hatte. Vier Schritte, mehr sind es nicht:
- Gerät und Mietdauer wählen. Kürzer und flexibler oder länger und dafür günstiger pro Monat – das entscheidest du.
- Bonitätsprüfung abwarten. Das Ergebnis kommt laut Grover innerhalb von 24 Stunden per E-Mail, zusammen mit den Infos zur Lieferung.
- Paket annehmen und loslegen. Die Mietperiode beginnt erst, wenn das Gerät wirklich bei dir angekommen ist.
- Zurückschicken, wenn du fertig bist. Das Gerät wird von allen Daten befreit, gereinigt, repariert und neu vermietet.
Bezahlt wird per PayPal oder Kreditkarte. Die erste Monatsmiete wird bei der Bestellung fällig, gezählt wird aber erst ab dem Tag, an dem das Paket bei dir ankommt. Und das Beenden? Kein Kündigungsformular, kein Einschreiben. Du schickst das Gerät zum Ende der Mindestmietdauer zurück, und sobald der Paketdienst das Label gescannt hat, zahlst du keine weitere Monatsmiete. So unkompliziert hatte ich mir das ehrlich gesagt nicht vorgestellt.

Nach Ablauf der Mindestdauer hast du die Wahl: zum bisherigen Preis weitermieten, kostenlos zurückschicken oder auf eine längere und damit günstigere Laufzeit verlängern. Das Verlängern geht übrigens jederzeit, nicht erst am Ende.
Das Sortiment: deutlich mehr als Smartphones
Ich hatte mit Handys und Laptops gerechnet. Tatsächlich – nein, Moment, “tatsächlich” untertreibt es – ist das Sortiment fast schon unübersichtlich breit. Smartphones, Tablets und E-Reader, klar. Dazu kommen Laptops, Gaming-PCs und Monitore, Kameras samt Objektiven, Spielkonsolen und VR-Brillen, Kopfhörer, Lautsprecher, DJ-Equipment, Smartwatches, Fernseher, Beamer, Saugroboter und sogar Küchengeräte. Die Markenliste liest sich wie das Regal eines gut sortierten Elektronikmarkts: Apple, Samsung, Sony, Canon, Fujifilm, Google, Lenovo, Microsoft, JBL.
Wischen, um das Sortiment zu sehen →
Auffällig ist, wie aktuell das Angebot ist. Als ich für diesen Text recherchiert habe, standen die PlayStation 5 Slim, das iPhone 17 Pro, die Nintendo Switch 2 und die Meta Quest 3 weit oben bei den gefragtesten Mietgeräten. Neue Modelle landen in der Regel kurz nach dem Marktstart im Katalog. Hier kannst du selbst durch die Kategorien stöbern.
Und was kostet der Spaß? Ich habe mir ein paar Beispiele herausgeschrieben, damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst:
| Gerät | 1 Monat | 12 Monate | 24 Monate |
|---|---|---|---|
| Nintendo Switch 2 | 54,49 € | 29,99 € | 19,99 € |
| PlayStation 5 Slim Digital | 73,49 € | 39,99 € | 25,99 € |
| Apple iPhone 17 Pro (256 GB) | 132,49 € | 78,99 € | 52,49 € |
| MacBook Air 15 Zoll (M5) | 155,49 € | 87,99 € | 59,49 € |
| Insta360 X6 Essentials Bundle | 76,99 € | 43,49 € | 29,49 € |
Was die Tabelle zeigt: Ein einzelner Monat ist teuer, und das soll er wohl auch sein. Richtig interessant wird es für alle, die ein Gerät gezielt für einen bestimmten Zeitraum brauchen – die Kamera für die große Reise, die Konsole für den Winter, das MacBook fürs Semester. Die aktuellen Monatspreise findest du direkt bei Grover.

Was du obendrauf bekommst
Ein Mietpreis allein macht noch keine Marke. Was Grover von einem schlichten Verleih unterscheidet, sind die Dinge, die im Monatspreis mitgedacht sind. Die vier wichtigsten habe ich dir zusammengestellt:
Ein Wort zu Grover Care, weil hier die meisten Fragen aufkommen. Normale Gebrauchsspuren beseitigt Grover nach der Rückgabe kostenlos, und für herstellerbedingte Fehler zahlst du ebenfalls nichts. Bei größeren Schäden wie einem Displaybruch übernimmt Grover Care einen Teil der Kosten – du zahlst dann eine Servicegebühr, deren Höhe von deiner gewählten Option abhängt. Wer es ganz entspannt mag, nimmt Grover Care Plus mit umfangreicherem Schadensschutz. Lohnt sich das? Bei einem Smartphone, das täglich in der Jackentasche steckt, vermutlich eher als bei einem Monitor. Die Details zum Schutz stehen hier.
Kreislauf statt Schublade: die nachhaltige Seite
Jetzt zu dem Teil, der mich am meisten überrascht hat. Zurückgeschickte Geräte verschwinden nicht einfach, sie werden aufbereitet und wieder vermietet. Ein Laptop hat bei Grover also mehrere Leben, statt nach zwei Jahren in einer Schublade zu verstauben. Nach eigenen Angaben haben Grover-Mieten zwischen 2015 und 2022 rund 160.000 Produkte vor dem Elektroschrott bewahrt. Eine beachtliche Zahl.

Bin ich deshalb überzeugt, dass Mieten ganz von allein die Welt rettet? Nein, so einfach ist es vermutlich nicht – Versand und Aufbereitung kosten schließlich auch Ressourcen. Aber ein Gerät, das von drei Menschen nacheinander intensiv genutzt wird, ist mir lieber als drei Geräte, die jeweils halb vergessen herumliegen. Das leuchtet mir ein. Meiner Schublade übrigens auch.
Was Kundinnen und Kunden sagen
Auf der Website sammelt Grover Bewertungen aus der eigenen App, und der Tenor ist ziemlich einheitlich: schnelle Lieferung, Geräte in sehr gutem Zustand, ein Support, der offenbar sogar sonntags antwortet. Eine Rezension ist mir hängen geblieben, gerade weil sie so beiläufig klingt:
Hab bisher 5 Geräte via Grover gemietet. Alles läuft reibungslos u ohne Probleme. Die Geräte sind in einem absolut einwandfreien Zustand, quasi neu.
Kundenbewertung aus der Grover App
Fairerweise: Grover weist selbst darauf hin, dass die Echtheit dieser Bewertungen nicht überprüft wurde. Lies also ruhig auch unabhängige Stimmen, bevor du dich entscheidest. Was ebenfalls dazugehört: Wer Freunde einlädt, bekommt derzeit 30 € Grover Cash gutgeschrieben, und die geworbene Person mietet den ersten Monat gratis. Mehr dazu findest du auf der Grover-Seite.
Für wen lohnt sich ein erster Blick?
Wenn du jedes Jahr das neueste Smartphone willst, ist die Rechnung schnell gemacht. Wenn du ein teures Gerät erst testen möchtest, bevor du dich festlegst, ebenfalls. Studierende, die fürs Semester einen Laptop brauchen. Kreative, die für ein einzelnes Projekt eine Vollformatkamera benötigen. Familien, die über die Feiertage eine Konsole ausprobieren wollen, ohne sie danach im Regal verstauben zu sehen. Für all diese Fälle ist das Modell gemacht, und zwar ziemlich passgenau.

Weniger passend ist Grover, wenn du ein Gerät kaufst und es dann zufrieden fünf Jahre lang benutzt. Gibt es solche Menschen? Durchaus, ich kenne sogar ein paar. Für sie bleibt der klassische Kauf die vernünftigere Wahl.
Mein ehrliches Fazit – mit einer Schwäche
Was überzeugt
+ Keine hohe Anschaffung, feste Monatspreise
+ Riesiges, aktuelles Sortiment
+ Gebrauchsspuren sind abgedeckt
+ Geräte bleiben im Kreislauf
Was du wissen solltest
– Auf viele Jahre gerechnet teurer als ein Kauf
– Einzelne Monate kosten deutlich mehr
– Bonitätsprüfung vor jeder ersten Miete
Die eine Schwäche, die du kennen solltest: Mieten ist kein Sparmodell für die Ewigkeit. Wer ein Gerät vier oder fünf Jahre am Stück nutzt, fährt mit einem Kauf am Ende günstiger – die Monatsraten summieren sich, und das Gerät gehört dir danach trotzdem nicht automatisch. Dazu kommt die Bonitätsprüfung über Schufa und CRIF Bürgel, an der eine Bestellung auch scheitern kann. Das sollte man wissen, bevor man sich in ein Gerät verliebt.
Und trotzdem hat mich die Recherche umgestimmt. Grover ist kein Trick und kein verkappter Ratenkauf, sondern ein ziemlich durchdachtes Angebot für Menschen, die Technik nutzen wollen, ohne sich an sie zu binden. Die Schublade mit meinen Altgeräten gibt der Marke da leider recht. Wenn du Grover bisher nur vom Hörensagen kennst: Schau dir an, was dein Wunschgerät im Monat kosten würde. Fünf Minuten, mehr braucht es nicht.









